Tour #20/17

Breitscheid,
Donnerstag, 17. August 2017


Tour #19, Montag, 14. August 2017
Die Strecke: Blau

Tour #19, Montag, 14. August 2017
Rot: Meereshöhe; Violett: Geschwindigkeit D

Tour #19, Montag, 14. August 2017
Das ist der Hauptteil der Fahrt: Ruhe


Das ist der Endspurt = Heimautomatik

Track #20_2017 120010
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Vorlauf

Dienstag, 15. August:

Nach dem Weidefrühstück mähe ich ein etwa 10x10 m großes Feld vertrockneten Sauerampfers am oberen, westlichen Ende der Weide am Heuloch. Dies wird die nächste Weide unserer Drei sein. Außerdem schneide ich eine Reihe von Kletten auf der gesamten Weide ab und deponiere sie außerhalb. Sehr ungewohnt heftig schweißtreibende Arbeit für den alten Mann.

Mittwoch, 16. August:

Um 15 Uhr hat Elke ihren zweiten Termin bei Dr. Steinthal in Weilburg. Die ist einverstanden, dass sie einen alternativen Versuch Neuraltherapie (mehrere Spritzen, die ihr schon beim letzten Bandscheibenvorfall geholfen hat) mit ihrer alten Ärztin in Köln zu machen. Ansonsten wird die ersten sechs bis acht Wochen nach dem Ereignis nur beobachtet, wie sich der Scheibeninhalt im Nervenkanal verhält; ob er sich verdünniesiert und damit der Druck auf Nervenbahnen verschwindet - wie wir hoffen. Erst, wenn nicht, dann kommt eine chirurgische Option in Frage ...?

17 Uhr ist Umkoppeln angesagt. Nadine mit Tochter, Reitbeteiligung und Toni, Jutta mit Jaron, ich mit Menno, Elke mit dem Seat. Die Drei nehmen die neue Weide mit ersichtlichem Vergnügen auf. Im letzten Jahr hat diese Weide für Jaron und Menno knapp sechs Wochen gehalten. Dieses Mal, mit einem Maul mehr, werden es wohl nicht mehr als vier Wochen sein - Also bis Mitte September 2017?

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Donnerstag, 17. August

Ich führe unsere Beiden am Strick, Menno rechts, Jaron links auf der rechten Straßenseite zum Hof, nach hinten abgeschirmt durch Elke im Seat mit Pannenblinker. Geht ganz gut. Die Beiden laufen ganz ruhig mit, obwohl der Weg teilweise neu ist.

Vorbereitungen

Nur Menno äpfelt, sogar zweimal, in der Box. Jaron nicht. Er entlädt sich dann aber erst in die Abzweigung zur Medenbachforst-Linksrunde hinein. Feiner Junge.

Anschirren problemlos. Menno braucht beim Anspannen wieder drei, wenn auch relativ drucklose Runde. Zusteigen von Elke, Anfahrt ruhig. Prima.

Wetter

15 bis 19 Grad, Wolken, wenig Sonne, frischer Süd-Wind. Bestes Kutschenpferdewetter. Zu Beginn kaum, später etwas mehr Insektendruck.

Daten

Donnerstag, 17. August 2017
2:07 Stunden (10:53-13.00 h);

WWHP - MF Linksrunde - MF Rechtstunde

Strecke 12,9 km; VØ 6,1 km/h; Vmax 22,9 km/h Höhendifferenz 255 m (456 - 501m)
Teil1: 5,7 km/h (1:42h); Teil2: 8,0 km/h (:24h)

Die Fahrt:

Die ersten Dreiviertel der Tour laufen die Beiden beinahe wie von Dr. Langel sediert. Einen so langsamen Schnitt, unter 6 km/h, haben sie wohl noch nie absolviert...

Kleine Glücks-Blicke in die Geschichte der Pferde und von Breitscheid

Eine Episode auf der Tour #20/17

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... Dann aber, nach der zweiten Forstrunde rechts, gehen beide ganz leicht und locker in die Heim-Automatik, eine schlagartige Erhöhung des Tempos. Auch wenn von "In den Greven" bis zum Hof kein hohes Tempo angesagt war, wg. Verkehr, realisieren sie auf diesem Abschnitt einen Tempo-Durchschnitt von 8 km/h.

Gestoppt wurde der beeindruckende Galopp des Gespanns aus dem Wald hinaus, vor In-den-Greven, durch ein Pärchen unseren Alters + sicher noch 10 bis 20 Jahre mehr. Als wir sie im Schritt erreichen, schauen wir in besorgte Augen der Seniorin und...

...strahlend leuchtende des Seniors.

Leider haben wir nicht ganz verstanden, was er begeistert rief/fragte. Nur so viel wie?: "Seid ihr von Braatschet? Vum ...?" Die Nachfrage bei Jutta und Werner löste das Rätsel: "... vun Schlitzers Joachim??"

Was für ein schöner Zufall: Dieser Joachim "Schlitzer" war Juttas Vater, Joachim, mit dem Familiennamen Kolb. Der Doppelname ergibt sich daraus, dass es wohl (hier?) früher mal üblich war, den Ortsnamen, aus dem ein Zugezogener nach Breitscheid gekommen war und hier ein Haus erworben hatte (in diesem Fall die Groß?-Mutter?), zum Hausnamen wurde und gleichzeitig zum zweiten Namen aller Bewohner. In diesem Fall: Joachim Kolb, im Haus Nr. 102, in dem die Schlitzer wohnen, ergibt: "Schlitzers Joachim". Der erste Vorfahre, der Haus Nr. 102 in Breitscheid erwarb, kam aus Schlitz in Hessen.

Hier schließt sich ein kleiner zauberhafter (Pferde-) Kreis. Genau diese leuchtenden Augen eines glücklichen alten Mannes erinnere ich, im Gesicht von Juttas Vater, Joachim Kolb = Schlitzers Joachim, gesehen zu haben, als der einmal an einem Morgen auf seinem Hof, in seinem Rollstuhl sitzend, Jaron und Jankid (Grüß Dich!) erlebte.

Menschen, die noch die letzte Zeit der Pferde erlebt haben, verbindet nicht nur eine verklärende Erinnerung mit diesen majestätischen Tieren. Im Hohen Westerwald, einer bitter armen Gegend, waren Pferde, noch bis vor hundert Jahren, sehr seltener Luxus, den sich nur wenige Wohlhabende leisten konnten. Die Zugarbeiten in Landwirtschaft und Handel wurden fast ausschließlich von mehrfach nutzbaren, auch Fleisch und/oder Milch liefernden Ochsen und Kühen erledigt. Pferde waren die Rennwagenträume kleiner Jungs. Aber auch die Träume all derer, die dem Zauber dieser Tiere ganz einfach verfallen waren. Dieser Zauber wirkt zeitlos. Heute können sich zwei Pensionisten diesen Traum vom Pferd erfüllen - ganz ohne Zwang, ganz ohne einen "vernünftigen" Grund, ganz reiner, schöner Luxus. Und als besonders beglückende Zugabe treffen sich immer wieder mal, über alle Generationen hinweg, begeisterte, strahlende, glücklich leuchtende Augen.

Schön!

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Stops

Keine, aber auch keine sonstigen Probleme.

Lediglich auf dem Weg zurück zur Weide - wieder Menno rechts, Jaron links, Elke hinten absichernd - zeigt sich, dass Menno doch noch deutlicher hinter mir gehen muss. Beim Überholen eines Unimog?, die gleichen Gasgeräusche wie vor Firma Georg, wo er in Panik vor mir, über den Zaun nach links gesprungen war, versuchte er ebenfalls diagonal nach vorn zu gehen. Das ist gefährlich!

Aber, wie so üblich: Et hätt noch immer ...

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